Misas Stern

Foto: Verlag
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Misa war eine bulgarische Straßenhündin, die, in einem Wald am Ende des Goldstrandes, ihre fünf Welpen zur Welt gebracht und aufgezogen hat.

Misa lebt nicht mehr.

Ihr Schicksal war eines von vielen Tausenden herrenlosen Hunden, die, verstoßen, verfolgt, verfemt, Bulgarien bevölkern und für die sich niemand verantwortlich fühlt.

Es ist auch die Geschichte einer Touristin, der sie über den Weg lief und die, obgleich nur vage interessiert an streunenden Hunden, dennoch an gerade dieser Hündin nicht vorbei kam und sich unversehens in einer Rettungsaktion für fünf mutterlos gewordene kleine Hunde wieder fand.

Und es ist nicht zuletzt die Geschichte zweier Menschen, die den Kampf aufgenommen haben, gegen Gleichgültigkeit und Brutalität und für das Lebensrecht der wehrlosen Geschöpfe, die ihr Schicksal weder selbst verschuldet noch verdient haben

Misas Kinder leben; und wenn nichts anderes, so hätte ihr Schicksal und das ihrer Mutter doch eines gezeigt: dass niemand jemals ganz allein ist und dass jedes Leben, ganz gleich wie gering und wertlos es angesehen wird, ein Recht auf Schutz und Fürsorge hat.
Zuletzt bearbeitet 12.12.2005 15:30 Uhr