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Waisenseelen
Das Thema „Waisenseelen“ bietet sicherlich Stoff genug für Tausende von Geschichten und diese sind nicht beschränkt auf vierbeinige Schicksale.
Dass dieses Buch sich den Verlassenen und Verlorenen unserer tierischen Mitgeschöpfe zuwendet, liegt natürlich in meiner Tierschutzarbeit begründet, aber auch darin, dass Tiere eine weit geringere Lobby haben als Menschen.
Sie brauchen uns, dass wir für sie sprechen.
In diesem Buch spreche ich für und über Hunde, deren Lebensweg den meinen, irgendwann und in irgendeiner Form, gekreuzt hat.
Über Nathan, der für kurze Zeit mein wunderbarer Gefährte war; über Lise und Sisi die ertränkt werden sollten, weil niemand sie haben wollte und über Robbie, als einen bemerkenswerten Vertreter bulgarischer Straßenhunde; über Babsy, die vom Rande des Grabes zurückkehrte und über Peppy, die es nicht mehr konnte. Maika erzählt ihre Geschichte, die sie aus der Verlassenheit ihres Streunerdaseins in die Geborgenheit einer jungen, oberfränkischen Familie führte und es wird an Billy und Gabriel gedacht, die ihr Leben ohne diesen Schutz bewältigen müssen.
Über diese Hunde zu schreiben, hieß nicht nur Anteil nehmen. Es hieß ebenso, in ihre Schicksale einzutauchen, um irgendwann auf diesem Weg zu erkennen, dass dies auch zu einer Reise in die eigene Geschichte führt.
Jeder von uns, der sich um die Ausgestoßenen und Verlassenen kümmert, trägt auch ein Stück Verlassenheit in seiner eigenen Seele und die Sehnsucht eine Heimat zu finden lebt nicht nur in Waisenseelen.
Sie lebt in jedem von uns.
Hannelore Rodrian, Großziethen, April 2004
Zuletzt bearbeitet 12.12.2005 15:35 Uhr |
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